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Bild-Wortmarke St. Katharinenspital Regensburg, Stiftung
Blick von der Steinernen Brücke auf das Spital (links) und Stadtamhof

Medienecho


Mittelbayerische Zeitung · Artikel vom 25. Oktober 2014

Schätze auf Pergament ziehen um


Archiv des Spitals bekommt einen neuen Platz im alten Braumeisterhaus

sv. In diesen Tagen sind Tausende von Dokumenten vom Brückenfuß zum Brückenbasar umgezogen. Auf dem Gelände des St. Katharinenspitals an der Steinernen Brücke sind neue Räume entstanden, die zukünftig das Spitalarchiv auf zwei Ebenen und rund 300 Quadratmetern beherbergen werden.


Spitalmeister Willibald Koller (re.) übergab die neuen Räume des Spitalarchivs an Spitalarchivar Dr. Artur Dirmeier
Spitalmeister Willibald Koller (re.) übergab die neuen Räume des Spitalarchivs an Spitalarchivar Dr. Artur Dirmeier

Mit dem Umzug des Spitalarchivs in das sanierte ehemalige Braumeisterhaus wird ein wesentlicher Bestandteil des schriftlichen Kulturerbes von Regensburg ein neues Zuhause finden. Der Schatz an Dokumenten, den das Archiv umfasst, reicht bis in das neunte Jahrhundert zurück und umfasst 5000 Urkunden, 4500 Bände, Tausende von Akten, Plänen, Sammlungsgut sowie Kunstgegenstände und viele Hundert Siegel. Auch das älteste Stadtsiegel von Regensburg aus dem Jahr 1211 ist hier verwahrt.

Diese einzigartige Vielfalt von Archivalien verschafft dem Spitalarchiv überregionale Bedeutung. Kaum ein anderes Archiv verfügt über derart weit zurückreichende Informationen aus der Oberpfalz und aus Nieder- und Oberbayern, denn die “Spitaler” hüten ihre Dokumente seit jeher wie ihren Augapfel. In Kriegs- und Krisenzeiten wie bei den Bauernunruhen 1525, im Dreißigjährigen Krieg und im Zweiten Weltkrieg wurde das Archivgut an sichere Standorte gebracht und in Urkundentruhen oder Archivgewölben verwahrt. Zum Urkundenfonds des St. Katharinenspitals gehören nachweislich die ältesten Urkunden des Bestandes “Reichsstadt Regensburg” im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, darunter Papst-, Kaiser-, Königs- und Bischofsurkunden.

“Ein wahrer Schatz”

Als der oberste bayerische Archivar, Franz Joseph von Samet, das Spitalarchiv am 2. Oktober 1812 besuchte, stellte er begeistert fest: “Wider alle Vermuthung entdekte sich darinn ein wahrer Schaz von Dokumenten aus dem 10. und 11. Jahrhundert.” Mit der Gründung der Universität Regensburg wuchs im 20. Jahrhundert schließlich das wissenschaftliche Interesse an dem für Stadt und Region bedeutenden Archivbestand. Der Spitalrat, das Verwaltungsgremium des St. Katharinenspitals, reagierte prompt und richtete 1971 einen Magazin- und Benutzungsraum ein um das Spitalarchiv für zukünftige Generationen zu erhalten und der Forschung zugängig zu machen. Das Spitalarchiv teilt seine Schätze seit 2013 außerdem mit ganz Europa und beteiligt sich am größten Urkundenportal Europas, monasterium.net.

Der Dokumentenschatz des Spitalarchivs reicht bis in das 9. Jahrhundert zurück
Der Dokumentenschatz des Spitalarchivs reicht bis in das 9. Jahrhundert zurück

Um das gesamte Archivgut nun abschließend konservatorisch einwandfrei unterzubringen, wurde ab 2013 nach einer neuen Lösung gesucht. Außerdem sollte ausreichend Platz für die zwischenzeitlich angewachsene Bibliothek geschaffen werden. Als sich im vergangenen Jahr herausstellte, dass das ehemalige Braumeisterhaus hinter dem Brückenbasar saniert werden muss, packte Spitalmeister Willibald Koller die Gelegenheit beim Schopf und entschied, dort ein neues Archiv einzurichten.

Wegen der überregionalen Bedeutung des Archivs konnten 80 Prozent der Kosten über Zuschüsse bestritten werden. So beteiligten sich der Bund im Zuge des Denkmalschutz-Sonderprogramms, der Kulturfond Bayern, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, die Bayerische Landesstiftung sowie die Stadt Regensburg und die Regierung der Oberpfalz mit Städtebaufördermitteln. Insgesamt kostete der Bau eine knappe Million Euro.

Aus alt mach neu

Dass sich Schätze im Archiv finden, die nur noch darauf warten, ausgewertet zu werden, zeigt die eigene Buchreihe, die Doktor- und Magisterarbeiten verlegt und somit öffentlich zugänglich macht.

Auch neue wissenschaftliche Ansätze können mit dem Material des Spitalarchivs hervorragend angegangen werden. Beim neuesten Projekt der Universität Regensburg stehen Alltag sowie Verbrauchs- und Ernährungsgewohnheiten verstärkt im Fokus, die anhand von Rechnungsbänden des Spitalarchivs aus den letzten Jahrhunderten greifbar werden. Löhne, Preise und Lebensstandards können dadurch abgelesen werden.

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